Moin zusammen,
also eher stiller Mitleser der sich aber seit Jahren theoretisch mit dem Thema Kajak auseinandergesetzt hatte, ging es kürzlich ganz schnell, da der Ansatz des Lynx' (Minimalismus, Gewicht, Abmaße) dann einfach überzeugt hatte.
D.h. vom ursprünglich ersten Gedanken Outback, war ich zuletzt bei "wenn dann ein Compass", bis ich nun eben über das Lynx gestolpert bin.
Jedenfalls habe ich nun eins und auch die ersten KM auf dem Wasser hinter mir. Also die ersten KM generell mit Kajak, war ein Kauf ins Blinde wenn man so will, keine Testfahrt, weder Mirage-Drive noch ein anderes System.
Nun dachte ich, ich poste mal meine ersten Eindrücke, was war/ist mein Ziel, wo erfüllt das Kajak diese, wo sehe ich Optimierungsbedarf/Potenzial.
Anforderungen:
- Transport so einfach wie möglich. Kein Trayler, keine Ladehilfe -> simpler Dachträger
- Minimalistischer Ansatz/Aufbau. Ich möchte wenn ich Angeln gehe nicht 2t Material bewegen müssen
Zum Transport:
Ich nutze einen T5 mit 2 Rhino-Rack "aero" Querträgern. Die Träger habe ich gewählt, da sie mir einen vernünftigen Eindruck machten.

Zudem ist die Oberseite leicht gummiert.
Erfahrungen mit Dachträgern hatte ich bis dato keine.
Zwar wiegt das Lynx nicht nichts, aber die 20kg kann ich alleine anheben und mit etwas Platz problemlos Kiel oben auf die Träger schieben.
Mit 2 einfachen Spanngurten fixiert bewegt sich da dann mal gar nichts mehr. Handfest anziehen reicht dicke, hatte ich anfangs noch Bedenken (keine Erfahrung mit dem Transport sperriger Dinge auf dem Dach), hat sich das sehr schnell gelegt.
Ich Nutze beim T5 die Fixpunkte 1 und 3, damit habe ich keinen zu großen Überstand und spanne auch nichts weiter nach vorn oder hinten ab.
Am Wasser:
Alles aufgebaut (auf dem fold and stow-cart), Hobie-H-Crate-Jr. hinten fixieren wollen -> rutscht auf dem Bungee-Cord -> Bungee-Cord abgemacht -> besser. Was ich als Fummelei empfunden habe, sind die Karabiner für die Crate und den Sitz. Mit den Vertiefungen im Rumpf arg eng bemessen. Ich denke dass ich hier wohl versuchen werde schlankere Karabiner zu nehmen.
Mit zu vielen Ruten und Ködern ging es dann aufs Wasser.
Ich bin einmal über das Seeufer ins Wasser, den Cart hatte ich da schon an Land rausgezogen und auf dem Yak verstaut. Dann über nasses Gras ins Wasser gleiten lassen. Ob es bessere Handhabungen gibt (gab an dem Ufer keine Slippe o.Ä.)?

Habe hier dann auch Schuhe ausgezogen und Hosenbeine hochgezogen... geht halt auch nicht immer..?
Auf dem Wasser:
Die ersten Meter mit dem Paddel abgestoßen/gepaddelt, Antrieb und Sitz etwas angepasst und ab ging es. Ist flott, wendet super eng. Cool, macht Laune und gegenüber meinem Belly tuen sich doch noch einmal andere Möglichkeiten auf.
Bin dann direkt ein paar Stellen angefahren und habe etwas gefischt. Positiv war, dass ich Köderboxen auf die ich Zugriff haben wollte problemlos unterm bzw. vor dem Sitz ablegen konnte. Da rutscht erst einmal nichts davon. Top.
(fische nur Süßwasser, Wellengang eher überschaubar)
Da ich erst einmal keinen Anker am Boot hatte ist das mit Platz halten so ne Sache. Denke da muss ich mir noch was überlegen, mit dem Belly manövriere ich eben zentimetergenau. Das passiert ganz unterbewusst, aber mit den Füßen im Wasser steuert man da alles aus.
Aber es ging, es war nur nicht so ideal beim gezielten Spot beangeln. Stelle mir nur das mit dem Anker etwas nervig vor, zudem nochmal mehr an Bord.. hm.
Stehen angeln war jetzt keine wirkliche Anforderung für mich, ging aber ganz gut und ich hab es als sehr angenehm empfunden nach Stunden im Sitzen auch mal kurz aufstehen zu können.
Das Anlanden:
Beim ersten Tag an selber Grünstelle. Geht, aber man kommt dann halt Barfuß mit dreckigen Füßen raus..

Am zweiten Tag rein über Sandstrand (ging problemlos, ebenfalls halt nasse Füße geholt), raus dann über die betonierte Slippe.
Dank Algenbewuchs so ne Sache barfuß

.. wenn man dann noch rumturnt und versucht den Slipwagen (der ganz ordentlich Auftrieb hat) unter das Ding zu bekommen, gleichzeitig auch den Rumpf nicht zu sehr am Beton zu schinden.. puh.. war froh dass ich Zeit hatte an der Rampe und niemand ran musste.
Mein Fazit:
- macht Laune (dank den Hechten nochmal mehr:)), bis es Laune macht bzw. danach jedoch teils etwas kompliziert/anstrengend (bzw. ich habe mich halt dumm angestellt)
- weniger Angelzeugs mit aufs Boot nehmen

- Strategie fürs Slippen überlegen. Ggf. "Surf-Fußlinge"?
- Karabiner organisieren, für: Sitz abspannen nach vorn, Crate abspannen, T-Griff vorn und hinten (um das Ausschlaufen zu umgehen, da die Dinger auf dem Dach ohnehin weg müssen)
- ggf. ne Halterung bauen um den Deeper vom Belly besser nutzen zu können (möchte kein großes Echolot)
- ggf. ne einfache Ankerlösung überlegen
- ggf. Kielschutz (die Geräusche an der Slippe.. :S)
Ansonsten, was habe ich vermisst?
Maximal nen Anker. Ich sehe kein Bedarf für H-Rails o.Ä. Schleppen ist ohnehin nicht meins und ich bekomme mehr als genug Material aufs Yak. Abgesehen davon möchte ich es Kiel oben transportieren.
Soo, etwas lang geworden mein Text

, dachte vielleicht liest hier jemand mit dem die Infos helfen könnten.
Wie macht ihr das mit dem ins Wasser kommen? Wathose oder auch mit nassen Füßen?
Achso und: Geht euer Ruder auch nicht so ganz smooth bzw. macht leichte Kratzgeräusch aus dem Handteil? Hört sich so bisschen an als würde der Seilzug etwas drin kratzen?!
Grüße
Jens
