Hallo Daniel,
das Titan kenne ich nur aus dem Netz, habe es mir aber noch nie aus der Nähe angeschaut. Meine Erfahrungen stammen daher von meinem Hobie PA-12.
Eine Welle die über den Bug oder die Seitenwand kommt, läuft vorne hauptsächlich rund um den Antrieb ab und viel weniger über die Lenzlöcher, kommt aber auch immer etwas auf die Gewichtsverteilung an.
Grundsätzlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass Wellen von Motorbooten deutlich unangenehmer sind als natürliche Wellen. Mit letzten kenne ich mich inzwischen ganz gut aus, da mein Hauptrevier im Sommer die Nordsee ist. Wichtig ist, dass Du Wellen, die irgendwie komisch aussehen oder die dich in irgendeiner Art und Weise beunruhigen, mit dem Bug nimmst. Ja, da kann mal was oben reinkommen, aber die Gefahr umgeworfen zu werden ist viel geringer. Im Notfall lieber mal das Angeln abbrechen oder, wenn es geht in eine ruhige Ecke fahren. Ich bleibe an machen Tagen auf der Nordsee gezielt im Wind- und Strömungsschatten der Insel, von Sandbänken, großen Buhnen oder Dämmen. Wichtig dabei, auch den Rückweg beachten und immer die Räder mitnehmen. Wenn es Hart auf Hart kommt, lieber irgendwo weit vom Auto weg raus und das Ding dann ein paar Kilometer zum Auto ziehen, als durch gefährliche Wellen oder Strömung durchzumüssen. Im Süßwasser sind solche Probleme deutlich kleiner, notfalls ran ans Ufer und Brotzeit einlegen. Dabei auch mal den Innerraum prüfen. Präzise Wetter-Apps mit Wind und Wellenhöhenazeigen (z. B. /
www.windy.com) sind da dein Freund!
Über die Bugluke beim Hobie kommt immer etwas Wasser rein. Bei Hobie kann man dafür eine zweite Dichtung kaufen, die ist aber bei den neueren Modellen, meines Wissens nach sowieso verbaut. Auf der Nordsee, wo ich am meisten Welle habe und manche auch mal drübergehen, kommt trotzdem mehr Wasser bei (starkem) Dauerregen rein, als durch die Wellen.
Grob würde ich das so zusammenfassen:
Nordsee = Badewanne faktisch kein Wasser im Kajak
Windstärke 1-2 ca. 0,2-0,3 l Wasser im Kajak
Windstärke 1-2 aber fiese Brandung, oft vom Vortag, 0,3-0,5l Wasser im Kajak
Windstärke 3 aber noch keine hohen Wellen, weil es am Tag zuvor 1-2 Windstärken hatte, ca. 0,4-0,7l Wasser im Kajak
Windstärke 3 die Wellen bauen sich auf und die Brandung ist schon etwas ungemütlich ca. 0,7-1,0 l Wasser im Kajak
Kaum Wellen, ruhiges Wasser aber 5 Stunden Dauerregen, so das man an seinem Ausflug zweifelt, wenn es nicht extrem gut beißt, ca. 1-2l Wasser im Kajak.
Windstärke 4 = Nix Kajak im offenen Salzwasser oder größeren offenen Süßwassergewässern. Wenn Du verschachtelte Seen hast, so wie ich bspw. in Roermond und Asselt (NL), dann geht das auch, aber du wirst Nass durch Spritzwasser.
Schwamm und Handbilgepumpe (siehe Fishandbike) sind stets dabei. Letztere habe ich noch nie gebraucht, ist aber mit Klettverschlüssen griffbereit auf der Rückseite meines Sitzes befestigt.
Da ich mein Kajak an der Nordsee danach immer durch den weichen Sand die Düne hochziehen muss, kontrolliere ich immer, wenn ich reinkomme, wieviel Salzwasser drin ist, davon stammen die Erfahrungswerte oben. Den Strand hoch, durch den weichen und trockenen Sand, zählt wirklich jedes Kilo! Auf dem Weg zum Feriendomizil, gibt es dann immer eine ausgiebige Süßwasserdusche für mein „Liebling“, „zu Hause“ angekommen, sind dann oft wirklich 1-1,5l Wasser im Kajak. Die hole ich dann aber erst mit dem Schwamm "zu Hause" raus, die 250m auf Asphalt stört das Gewicht dann nicht mehr.
Letztendlich musst Du selbst deine Erfahrungen machen und schauen wobei Du dich noch wohlfühlst. Das ist am Anfang deutlich weniger, als nach ein paar Jahren, aber etwas Wasser unten im Kajak gehört bei dem Sport dazu. Wellen würde ich eher als Kentergefahr sehen, denn als Gefahr fürs volllaufen des Kajaks.
Ansonsten kannst Du hier noch sehen, wie ich mein Kajak quasi unsinkbar gemacht habe.
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Beste Grüße
Markus